Wissenswertes zum Thema Legionellen

Bei Legionellen handelt es sich um im Wasser lebende, stäbchenförmige Bakterien, die in gewissen Formen für Erkrankungen oder sogar Todesfällen bei Menschen führen können. Es sind mehr als 48 Arten des Bakteriums aus der Familie der Legionellaceae bekannt, doch die bekannteste ist wohl die Legionella pneumophila, die als Erreger der Legionärskrankheit gilt. Immer wieder einmal werden Fälle bekannt, in denen sich der Erreger über Warmwasserleitungen, Whirlpools, Klimaanlagen und andere Wege ausgebreitet und für Erkrankungen und Todesopfer gesorgt hat. Legionellen leben nämlich am liebsten im Süß- und Salzwasser mit Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Die Übertragung ist also über Leitungswasser möglich, wobei aber nicht jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser zu einer Gesundheitsgefährdung führt.
Der größte Vorfall in Deutschland fand vor einigen Jahren in Ulm statt. Hier wurde die Ursache in einem Kühlturm, der zu einem Blockheizkraftwerk gehört, gefunden. Sechs Menschen starben, 55 weitere erkrankten schwer. Der aktuellste Fall fand allerdings in diesem Sommer in Warstein statt. Zwei Todesopfer forderte der Ausbruch bei 141 Infizierten. Dass es immer wieder zu solchen Vorfällen kommt, kann wohl nicht komplett ausgeschlossen werden. Nach der deutschen Trinkwasserverordnung wird jedoch eine regelmäßige Untersuchungspflicht auf Legionellen vorgeschrieben, beispielsweise in vermieteten Wohnhäusern ab drei Wohnungen. Zudem muss ein 400 Liter Boiler vorhanden sein, beziehungsweise die drei Liter Regel greifen. Das bedeutet, dass mehr als drei Liter Wasserinhalt von der Warmwasserversorgungsanlage bis zu weiteren Entnahmestelle vorliegen müssen.
Die Untersuchungspflicht betrifft alle Unternehmer und sonstige Inhaber von Trinkwasser-Installationen mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung. Zu diesen öffentlichen Betreibern gehören unter anderem Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Hotels oder Pflegeheime. Einmal im Jahr müssen repräsentative Proben genommen werden, um zu überprüfen, dass sich keine Legionellen im Wasser befinden. Bei Mehrfamilienhäusern beträgt der Untersuchungsintervall hingegen sogar drei Jahre. Damit Katastrophen wie in Ulm oder Warstein in Zukunft vermieden werden können, sind diese Untersuchungen dringend nötig.
Quelle: Statista